Windkraft Nein danke

Wir befinden uns in einer Gemeinde, deren Ortsteile zumeist keine 200 Einwohner aufweisen, kurz vor den Kommunalwahlen werben die beiden Parteien (oder besser die SPD und das parteilose Bürgerforum) die es auf Gemeindeebene gibt, gerade mit einer Sache, wir sind gegen einen Windpark.
Warum? Naja, ich vermute ganz frei, weil einige im Bürgerforum eben einfach zu alt sind und keine Veränderung wollen, weil ein Mitglied eben auf einem Aussiedlerhof lebt und zu dem kein Mindestabstand von den Windrädern zum Hof gehalten werden muss, dann stehen die ja an einem, oh mein Gott.
Petitionen gegen den ersten Windpark sind sogar erfolgreich (meine Unterschrift hätte er nicht bekommen). Der neu geplante Windpark aber kommt nicht auf unsere Gemeinde, sondern auf den Boden der knapp angrenzenden, dennoch sind wir die nächsten Anlieger und bekommen einen Infoabend von der zuständigen Firma.

Hier fragen Bewohner eines weiteren Aussiedlerhofes mit Gestüt, ob der Infraschall, die Pferde beeinflussen könnte und wenn, das dies ja dann existenzgefährdend sei. Ja okay ich gebe zu die armen  Tiere, das ist wirklich ein Grund gegen die Windkraftanlage zu sein, die anderen Gründe sind aber nicht ganz so fundiert. Natürlich beeinflusst der Infraschall auch die Menschen, aber ich sage gerne, der Mensch kann sich oft wehren oder weg ziehen, aber Tiere haben da meist nicht so ein Glück.

Liebe Menschen in meiner Gemeinde, auf lange Sicht kann ich gegen das Argument, das Windräder die Landschaft verunstalten und wir eine Touristenregion sind sagen:

Punkt A: Der Tourismus ist jetzt nicht gerade, die klar zu erkennende wirtschaftliche Grundeinnahme, die er sein sollte. Davon ab, kann man sich mit Windrädern als saubere (umweltbedingt gesehen) Touristenregion hinstellen, die an die Zukunft denkt. Davon ab fahren noch immer genau so viele Menschen in die Rhön, die tatsächlich vom Tourismus lebt trotz Windrädern.

Punkt B: Wägen wir doch mal das geringere übel ab. Wir haben Windräder, die unsere Gegend angeblich verunstalten, was aber absolut im Auge des Betrachters liegt, die ansonsten Geräusche machen, die wir nicht hören, weil sie soweit von uns weg stehen (Entschuldigung  an die Menschen am Aussiedlerhof). Andererseits haben wir auch Merkers nicht all zu weit von uns, man mag denken Merkers sind gut 30-50 Kilometer, ja das stimmt mit dem Besucherbergwerk, einige Stollen sollten aber deutlich näher sein. Merkers oder generell Salzstollen die nicht mehr in Gebrauch sind werden als Endlager für Atommüll genutzt (so soll das auch Merkers und manche der stillgelegten Stollen von K und S werden es bereits wenn ich mich da nicht gerade vertue, dann tut es mir leid. Atommüll bedeutet Jahrhunderte oder Jahrtausende lange Strahlungsbelastung. Wollen wir also die Umwelt ein bisschen verschandeln oder mehr Müll als nötig in die Salzstollen werfen um das Risiko von Strahlen belastet zu werden immer weiter zu erhöhen? Denn ja Atommüll kommt in Salzstollen, weil eben aus denen die Strahlung nicht bis zu uns tritt, aber wie oft hat man jetzt schon von einem Rutsch in so einem Lager gehört, der bedrohlich werden kann? Das Problem ist, das die Natur nicht einfach mal so ewig beschließt keine Platten mehr zu verschieben, damit wir sicher sind.

In vielerlei Hinsicht schauen Menschen nicht weit genug voraus, es gibt Dinge, die nun einmal auch sie belasten können und das schneller als sie wollen. Ich meine, vor einem Technikfehler sind auch deutsche Atomkraftwerke nicht sicher! So steht bei Schweinfurt der Reaktor Grafenrhainfeld (Grafenrheinfeld?), der eben das Atomkraftwerk ist, das in Die Wolke hochgeht. Leute, Pausewang hat da gut recherchiert, das würde wirklich auch uns betreffen. Dieses Szenario ist zugegeben unwahrscheinlicher als das Merkers Szenario, aber weitaus bekannter und Schlitz, wo die Wolke spielt, ist nun mal keine 30-50 Kilometer von uns entfernt, sondern 15 Kilometer, über offizielle Straßen, bedenkt man die Luftlinie quasi nebenan.

Wobei ich ein klares Problem darin sehe, was passiert wenn man die Windkraftanlagen abbaut, die werden leider nicht sonderlich umweltfreundlich gebaut und kommen daher wahrscheinlich in eine Verbrennungsanlage und die sind definitiv schlecht für die Umwelt. Das ist aber sicherlich eher ein wirtschaftliches Problem, es ist nun mal billiger das Material zu nehmen, das billig ist, verglichen mit dem, das eben gerade die wenigsten Produktionskosten verbunden mit der relativ längsten „Haltbarkeit“ hat.

Des Weiteren bin ich kein Mensch der sagt, wir müssen Atomkraftwerke abschalten, so schnell wie möglich, oder doch das sage ich, aber erst wenn wir Alternativen ausgebaut haben, denn wir sind alle viel zu abhängig von der Technik, als das wir eben mit dem was wir an Strom von alternativen Energiequellen generieren können, auskommen würden. Dennoch ein Schritt in die Richtung weg von der Atomkraft ist wohl der Ausbau von alternativen Energien.

Sicherlich sollte dazu aber auch die Forschung nicht stillstehen und vielleicht auch die ein oder andere neue Idee hervorbringen Strom zu gewinnen auf umweltfreundliche Art und Weise.

 

Wobei

Schönen Gruß, Auf Wiedersehen 😉