Bei Lilith (Gefallene Engel)

Es ist eine Kellerbar, aus der Heavy- Metall dringt, in der von Spinnenweben umgebenen Leuchtschrift, die wie in einem alten Film ab und zu flackert steht über der Treppe, die hinunter zur Eingangstür führt, Bei Lilith, darunter ein Cocktailglas.
Das Mädchen, vor Kälte zitternd, im Regen steht, beschließt hinein zu gehen. Drinnen scheinen sich verkleidete Menschen wieder zu finden. Sie sind bleich geschminkt, wirken wie Untote, doch kurz erschrickt sie, als sie erkennt was dahintersteckt.
Das Mädchen setzt sich an die Bar, die Barkeeperin, die sie aufgrund ihres Schneeweißens, doch nicht gefärbten Haares für älter gehalten hätte dreht sich um und zeigt ihr junges Gesicht. Sie wirkt als ob sie gerade einmal Anfang 20 ist.
„Ich glaube es nicht, ich hab ja schon viel gesehen, was sich hier her verirrt, aber eine von oben, warum bist du so düster gekleidet?“ fragt die Barkeeperin fröhlich
„Ich komme nicht von oben! Einen Whiskey! Woher weißt du was ich bin?“
„Als Ex- Jägerin und Betreiberin einer Bar voll mit Monstern, sollte ich erkennen was vor mir steht oder nicht?“ Sie lächelt und entblößt spitze Eckzähne, Lucy hatte nicht wahrgenommen, das ein Vampir vor ihr steht.
„Deine Ausstrahlung ist nicht gleich der von anderen Vampiren!“
„Ich weiß Liebes, und du bist also gefallen? Auf die Erde, oder direkt in die Hölle, wie bist du dann hier her gekommen?“
Lucy nippt an ihrem Whiskey, „Wir werden in der Hölle geboren wenn wir seine Kinder sind, Lucia, ist ebenso wie er eigentlich ein Lichtbringer. Er spielt gern mit diesen Bedeutungen, Vater meine ich, Lucy ist mein Name.“
„So also ist nicht nur das Schicksal der Menschen und Monster gegeben, interessant..“ Sie beugt sich über den Tresen, und schenkt nach, richtet sich mit einem verführerischen Lächeln wieder auf, „möchtest du mir mehr darüber erzählen, der Barkeeperin deines Vertrauens?“
Lucy lächelnd finster, „Warum nicht? Ich bin eine Foltermeisterin, von klein auf wurde mir beigebracht wie ich die Menschen quälen kann, die es verdienen, wie sie schmoren und nie wirklich bereuen, stets entschuldigen sie sich, doch nie meinen sie es ernst. Doch hieß es bei uns immer, dass es das Fegefeuer gibt, das wir es sind! Das ewig in der Hölle nur der bleibt, der nicht bereut, aber keiner von uns hat je einen gesehen, der seine Taten bereut. Ab und an fallen sie von oben zu uns herab, nicht die Seelen der Menschen, sondern unsere Geschwister. Meist sind die viel grausamer als wir es je waren, ihnen bereitet es tatsächlich Spaß, die Menschen leiden zu sehen. Wir sehen es mehr als Arbeit, wir rächen das Leben, nie ist irgendwer von unten nach oben gekommen! Auch nicht Vater, der angeblich Opas Liebling gewesen ist. Der Weg nach unten ist eine Einbahnstraße.
Vater geht es nicht allein um Seelen, er spielt unfassbar gerne. Wenn er spielt, dann ist er hier oben und genau das habe ich mir auch gewünscht, aber nicht jede seiner Töchter, darf für ihn Verträge schließen. Gerade nicht, wenn die Tochter sich falsch am Platz fühlt und träumt.“
„Von was träumen gefallene Engel?“
„Von dem was wir nicht erreichen können, vom Himmel. Ich war eine Ausbrecherin, eine Gefahr, ich wollte die Kundschaft nehmen, denn Opa verzeiht, das ist was ich gelernt habe. Doch Vater wurde mit mehr Zeit in der Hölle immer verbitterter, er ist rachsüchtig und böse. Er darf auch nicht lange hier sein, er wurde verwiesen, so zu sagen, erst wen er und Michael den biblischen Kampf ausstreiten, kann er hierbleiben, doch solange ihr Menschen hier lebt, wird das nie geschehen.
Egal, auf jeden Fall können wir nur hier hoch, wenn wir gerufen werden und es gibt für jeden von uns einen Bann um uns zu rufen, nicht aber um uns ein zu sperren wie ich anmerken will. Vater aber lässt nicht jeden Bann an die Oberfläche dringen, also brauchte ich Hilfe.
Lucia, war berüchtigt, denn ich hatte Spaß an meiner Arbeit, Spaß daran zu sehen wie die Menschen büßen mussten für all das was sie getan hatten. Wenn eure kleinen und so unbedeutenden Seelen bei uns ankommen, dann wissen wir ganz genau für was man sie bestrafen muss.
Manchmal frage ich mich ob er das gewollt hat, für uns, Folterknechte in der Hölle sein oder ob wir eigentlich gute Psychologen werden sollten. Ein gewisses Geschick ist uns allen gegeben, doch macht es mehr Spaß dies oben aus zu spielen. Zu sehen, wer uns letzten Endes verfällt und wer durch den Deal nicht verrückt wird, nicht sündig wird.
Als ich also gerade dabei bin einen meiner Klienten zu verbrennen, da sehe ich etwas in seinen Augen und ich weiß nicht was es ist.
Kurz frage ich mich, was ist dieses Gefühl? Ich habe es noch nie in den Augen von Verbrechern gesehen und dann flog seine Seele wahrlich hinauf in den Himmel, das Gefühl war Reue.
Das sagte mir, das wir uns alle ändern können, dies aber widerspricht allem was man in der Hölle will. Vater schickt seine Dämonen um zu zeigen wie schlecht der ein oder andere ist, er schickt die Seelen, der wirklich schlechten Menschen wieder hinauf. Derer die von sich aus verdorben waren, bei denen meine Geschwister nicht nachhelfen mussten. Die führt er hinauf, wenn sie bereuen.
Um heraus zu finden ob ich nach oben kann, muss ich die Erde kennen lernen. Da Vater mich aber unten behalten möchte muss ich einen Trick anwenden, also gebe ich die Beschwörungsformel meinen Bruder mit, der die Formel in einem Esoterik- Buch versteckt. Ich bin hier mit dem Ziel selbst nach oben zu kommen und euch Hoffnung zu geben, euch zu zeigen, es lohnt sich ein bisschen auf andere Rücksicht zu nehmen. Wenn ihr das tut, kommt ihr für lange Zeit an einen besseren Ort!
Das sollte auch euch dazu bewegen sich besser zu verhalten, diesen Ort zu einem besseren zu machen“
„Du bist also hier um uns zu retten?“
„Soweit möglich.“
„Dan ist das vielleicht der falsche Ort, eine Bar voller Monster!?“
„Warum beißt ihr die Menschen hier nicht? Warum sind hier Werwölfe kurz vor Vollmond, dann wenn sie schwach werden, warum Gestaltwandler?“
„Die Bar ist mir und ich bin voller Rätsel, so wie sie, aber sicher ist hier jeder, der sich auch benimmt, Lilith mein Name,“ sie lächelt, “ er sollte dir bekannt sein, komm gern wieder, ich will von deiner Mission hören!“ Lilith schenkt noch einmal nach, dann dreht sie sich um und begrüßt froh einen Mann an der anderen Seite. Ein Wolf denkt Lucia, ein echter Wolf, unter Menschen, verrückt, ich mag diesen Ort.

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